Musik, Serious Gaming und Konzentrationsfähigkeit – mit der App entdecken die Kinder die Magie der klassischen Musik mit interaktiven Spielen.
Aktivität 1
Lehrkraft:
„Das Mittelalter liegt schon lange zurück, weshalb wenig darüber bekannt ist. Es dauerte vom 5. bis zum 15. Jahrhundert. Um mehr über diese aufregende Zeit des Mittelalters zu erfahren, lade ich dich zu einer ganz besonderen Reise ein - einer Reise in das Mittelalter!”
M1: Mittelalter (austeilen)
Lehrkraft:
„Ich lese dir jetzt eine Geschichte vor. Du hörst gut zu und kreuzt die richtigen Lösungen auf dem Arbeitsblatt an. Auch mehrere Antworten können richtig sein.“
Die Lehrkraft lässt der Klasse einige Minuten Zeit, um sich die Antwortmöglichkeiten auf dem Arbeitsblatt durchzulesen und Verständnisfragen zu klären.
A1: H.v. Bingen: O quam mirabilis (abspielen)
Zeitreise ins Mittelalter
Stell dir vor, du bist ein Forscher oder eine Forscherin, der oder die mehr über die Musik des Mittelalters erfahren möchte. Deswegen begibst du dich auf die Reise in ein altes Kloster. Dort angekommen, betrittst du die alte Klosterbibliothek, in der tausende von alten Büchern aufbewahrt werden. Da du nicht genau weißt, wonach du suchst, schlenderst du durch die Gänge.
Besonders beeindrucken dich die großen alten Handschriften auf den Büchern. Du öffnest ein Buch. Auf der ersten Seite steht der Titel: Gregorianische Choräle – benannt nach Papst Gregor dem Großen. Du entdeckst in dem alten handgeschriebenen Buch einstimmige Gebete, die offensichtlich gesungen wurden. Das bedeutet, dass eine Person oder auch mehrere Personen die gleiche Melodie der Gebete gesungen haben - auf der gleichen Tonhöhe.
Du gehst zum nächsten Bücherregal und entdeckst eine Reihe von Büchern, die von einer Frau geschrieben wurden: der Heiligen Hildegard von Bingen. Sie war eine Nonne und eine sehr bedeutende und bekannte Frau des Mittelalters. Sie verfasste Werke über Religion und Medizin. Sie war so weise, dass Politiker und Kirchenleute sie um Rat baten! Du öffnest ein Buch von Hildegard von Bingen und findest handgeschriebene Noten – das bedeutet offensichtlich, dass sie auch komponiert hat! Einer der Gründe, warum wir von ihrer Musik wissen, ist, dass sie die erste Komponistin in der Musikgeschichte war, die ihren Namen unter die Kompositionen schrieb. Das Stück, das wir hören, stammt von ihr.
Gregorianische Choräle kennst du jetzt und die Nonne Hildegard von Bingen auch. Nun möchtest du wissen, ob alles, was im Mittelalter musiziert wurde, Gesang für die Kirche war... Haben ,normale’ Menschen denn gar nicht gesungen? Du suchst und suchst, und fast möchtest du schon aufgeben, als dir ein dickes Buch ins Auge sticht. Darauf steht: „Die Lieder der Troubadoure und Minnesänger." Beim Aufschlagen siehst du Abbildungen von Sängern mit einer kleinen Laute in der Hand – dieses Instrument sieht einer Gitarre sehr ähnlich. Troubadoure und Minnesänger waren also die Musiker und Dichter des Mittelalters! In dem Buch steht: „Wir Troubadoure und Minnesänger besingen die Schönheit der Frauen, die wir nicht erreichen können." Ah, sie waren also besonders bekannt für Lieder über die Liebe und die Ritterlichkeit.
Du denkst, du hättest nun alles über mittelalterliche Musik erfahren, als dir ein letztes Buch auffällt, auf dem steht: „Die Spielleute des Mittelalters." Darin siehst du Musikanten und um sie herum tanzende Menschen auf Jahrmärkten. Sie halten Instrumente wie Lauten in der Hand, und die Menschen tanzen ausgelassen. Doch während du liest, erfährst du, dass Spielleute ein sehr ärmliches Leben führten und oft verachtet wurden.
Wie anders die Zeiten doch waren... Nun hast du die Rätselrallye gelöst und kennst die Musik des Mittelalters.
Die Lehrkraft überprüft mit der Klasse die richtigen Antworten.
Aktivität 2
Lehrkraft:
„Falte das Arbeitsblatt zu einem kleinen Büchlein und schneide entlang der gestrichelten Linie ein. Auf der Seite zum Mittelalter notierst du drei Wörter, die du heute über die Musik im Mittelalter gelernt hast.”
Wörter Mittelalter
z.B. Kirche, Gesang, gregorianischer Choral, einstimmig, Minnesänger, Kloster, Troubadoure, Spielleute, Jahrmarkt, Hildegard von Bingen, ...
Wenn noch Zeit ist...
… kann die Lehrkraft mit der Klasse die Entwicklung der Notation entdecken.
Lehrkraft:
„Wir singen alle zusammen einen Ton, der für dich angenehm ist, in einer mittleren Lage. Meine Hand ist dabei flach vor meinem Körper, ungefähr auf Brusthöhe.”
Alle singen zusammen einen beliebigen Ton in mittlerer Lage.
Lehrkraft:
„Wenn ich mit der Hand nach oben gehe, wird der Ton höher, wie bei einer Sirene. Und wenn ich mit der Hand tiefer gehe, dann wird der Ton tiefer.”
Die Klasse probiert das zusammen aus. Wenn das gut klappt, können auch einzelne Kinder vormachen, wie sich die Tonhöhe verändert.
Lehrkraft:
„Jetzt wollen wir noch versuchen, die Töne verschieden lang klingen zu lassen. Dafür zeigen wir mit der Hand nicht nur die Höhe an, sondern auch wann es zum nächsten Ton weitergeht.”
Die Lehrkraft macht es der Klasse vor.
Lehrkraft:
„Jetzt denken wir uns eine leichte Tonfolge aus mit ungefähr fünf Tönen, die wir zusammen singen. Hast du einen Vorschlag?”
Die Klasse übt die Tonfolge, bis alle Kinder sie singen können.
Lehrkraft:
„Wenn wir diese Tonfolge in der nächsten Stunde noch einmal singen möchten, wie können wir uns die Tonhöhen und die Tonlängen merken, ohne dafür die neue Technik zum Aufnehmen zu verwenden? Hast du eine Idee?”
Die Kinder sammeln Ideen, wie sie sich die Tonhöhen und Tonlängen merken können.
Lehrkraft:
„Vor 1000 Jahren hatten die Menschen ähnliche Herausforderungen wie wir heute. Sie sangen viel, aber es gab keine Handys oder andere technische Geräte, um den Gesang aufzuzeichnen, wiederzugeben und mit anderen zu teilen. Außerdem kannten die Menschen noch nicht die Notenschrift, die wir heute verwenden. So mussten die Menschen darüber nachdenken, wie sie den Gesang notieren könnten, um ihn genau so wiederholen und weitergeben zu können. Ähnlich wie bei vielen bedeutenden Erfindungen entwickelte sich die Musiknotation nach und nach, um das wiederzugeben, was musiziert oder gesungen wurde.
Ich zeige dir nun 5 Bilder, auf denen du sehen kannst, wie sich die Notation zur Notenschrift von heute entwickelt hat. Beschreibe die verschiedenen Notationen. Was fällt dir auf? Weißt du mit dem Notenblatt, wie du singen sollst?“
Kompetenzen dieser Lerneinheit:
Die Schüler:innen...
… lernen, von welchen Menschen und an welchen Orten Musik im Mittelalter gemacht wurde.
… entnehmen Informationen zum Mittelalter aus einem vorgelesenen Text und entscheiden, ob diese richtig oder falsch sind.
… singen einfache Tonfolgen und sammeln Ideen, wie sie sich die Tonhöhe und -länge merken können.
… lernen die Entwicklung der Notation in Auszügen kennen.